Erfahrungsbericht meiner Knochenmark-Spende:
Aufnahme in die Datei - erste Typisierung
Zum ersten mal hörte ich persönlich von der DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei
im Jahr 1992, als an meinem damaligen Wohnort ein an einer lebensbedrohlichen Blutkrankheit
erkrankter Mann öffentlich nach einem passenden Spender suchte (so wie heute und hier
Marius Schulmeister)
Ich erfuhr aus der Tageszeitung vom geringen gesundheitlichen Risiko für den Spender und wie
unwahrscheinlich ein tatsächlicher Einsatz als Stammzellenspender sei. So entschlossen sich
meine Frau und ich, unser Blut bei einer Typisierungsaktion der DKMS untersuchen zu lassen,
wodurch wir in die Knochenmarkspenderdatei aufgenommen wurden. Wie zu erwarten, kamen
wir in diesem Fall nicht zum Einsatz.
Zweite genauere Typisierung (Blutabnahme beim Hausarzt)
Erst im Jahre 2002 bekam ich dann unverhofft ein Schreiben der DKMS, in dem mir mitgeteilt
wurde, dass mein Knochenmark möglicherweise tatsächlich für eine bestimmte erkrankte Person
gebraucht werden könnte.
Die zweite genauere Typisierung (über eine einfache Blutabnahme bei meinem Hausarzt) ergab
eine Übereinstimmung, so dass es nun ernst für mich wurde. Ich muss zugeben, dass es mir zu
diesem Zeitpunkt doch etwas mulmig wurde.
Durch meinen Hausarzt und durch Mitarbeiter der DKMS wurde ich über alle weiteren Schritte
ausführlichst informiert, was meine Bedenken sehr entschärfte.
Ganztägige Voruntersuchung
Zunächst musste ich damals für einen ganztägigen "Ausflug" nach Nürnberg in die Klinik zu einer
Voruntersuchung fahren. Bei dieser wurde festgestellt, dass ich körperlich die Voraussetzungen
für eine Knochenmarkentnahme durch eine Punktion des Beckenknochens in Vollnarkose erfüllen würde.
Da dies der Fall war, konnte grünes Licht für diese letzte und wichtigste Stufe gegeben werden.
Knochenmarkentnahme aus dem Beckenknochen unter Vollnarkose
Die Knochenmarkentnahme aus dem Beckenknochen verlief ohne Komplikationen. Nach
zwei Tagen Krankenhausaufenthalt und einer Woche leichter Schlappheit war für mich
körperlich alles wieder wie vorher. Sämtliche Kosten übernahm die Krankenkasse des Patienten.
Außerdem brachte die DKMS die Wertschätzung mir gegenüber mehr als deutlich zum Ausdruck
(mit Blumengruß und „kulinarischem Präsent-Korb“).
Mein persönliches Fazit
Für einen Menschen bestand durch diesen harmlosen Eingriff zumindest die Chance auf ein neues Leben.
Dass dies bedauerlicherweise nicht gelang - der Empfänger verstarb damals kurz vor einem zweiten
geplanten Knochenmarkaustausch - ändert für mich nichts an der Tatsache, dass es die Überlebens-
chance eines anderen Menschen wert war, diesen vergleichsweise geringen Aufwand auf mich
genommen zu haben.
Immerhin könnte ich ja selbst eines Tages darauf angewiesen sein! Deshalb ist es seither mein
Wunsch, dass sich flächendeckend Menschen in Deutschland in einer Knochenmarkspender-Datei
registrieren lassen, damit noch mehr Menschen eine Chance zum Weiterleben erhalten können.
Ihr geringer Einsatz kann Marius und andere retten
Ich kenne Marius und seine Familie persönlich und fiebere mit ihnen - eine heimtückische Krankheit
hat ausgerechnet ihn getroffen. Er und andere Erkrankte brauchen genau IHRE HILFE!
Geben Sie ihnen und ihren Familien ein Zeichen der Hoffnung und Menschlichkeit, indem Sie sich
ebenso in die Knochenmarkspender-Datei aufnehmen lassen, denn:
Je mehr Personen mitmachen, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit,
dass ein geeigneter Spender gefunden wird.

